Antidiabetika Diabetes und Medikamente
Beachten Sie bitte die genaue Fragestellung. Es heißt
nicht: Was senkt den Blutzucker? Sondern: Was nützt Ihnen langfristig
wirklich? Daraufhin wollen wir die einzelnen Medikamentengruppen hin
untersuchen. Weiterhin sollen
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
mit anderen Medikamenten angegeben werden – natürlich nur die
wichtigsten, da es sonst den Platz sprengen würde. Sehr seltene
Sulfonyharnstoffe
und Glinide: Stimulation der Bauchspeicheldrüse
Im Jahre 1954
entdeckten deutsche Ärzte, dass bei bestimmten Sulfonamidpräparaten, die
eigentlich zur Behandlung bakterieller Infektionen gedacht waren, als
Nebenwirkungen Hunger, Schweißausbruch und Zittern auftraten – typische
Nebenwirkungen einer Unterzuckerung. Es fand sich tatsächlich eine
Blutzucker senkende Wirkung dieser Substanzen. Daraus entwickelten die
Pharmazeuten dann die Sulfonylharnstoffe. Diese stimulieren die
Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Voraussetzung für
eine Therapie mit Sulfonylharnstoffen ist also, dass die
Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Für
Typ I-Diabetiker sowie
Typ II-Diabetiker, deren Bauchspeicheldrüse erschöpft ist, kommt dieses
Der große Nachteil dieser Antidiabetika ist, dass an der Ursache der
Beispiele: Sulfonylharnstoffe: Glibenclamid (z.B.
Euglucon®, Tolbutamid (z.B. Orabet
Glinide: Repaglinid (NovoNorm
Wechselwirkungen: Die Blutzucker senkende
Wirkung wird verstärkt durch Insulin,
Rheumamittel,
Die Blutzucker senkende Wirkung wird abgeschwächt
durch Kortikoide, Schilddrüsenhormone,
Alkohol oder H2-Blocker (Magenmittel) können die
Wirkung verstärken oder abschwächen. Vorteile: Einfache Therapie, gute Verbesserung
der Blutzuckerwerte Nachteile: Gefahr der Unterzuckerung, Gefahr weiteren Übergewichtes, langfristig damit Gefahr einer weiteren Verschlechterung der Stoffwechselsituation.
Alpha-Glucosidasehemmer:
Verlangsamung der Zuckeraufnahme Den Namen haben Sie vermutlich noch nie gehört, den
Namen des wichtigsten Vertreters – Glucobay
Beispiele: Miglitol (Diastabol
Wechselwirkungen: Kohle, Colestyramin und
Verdauungsenzyme schwächen die Wirkung ab, nur bei gleichzeitiger Gabe
von Sulfonylharnstoffen oder Insulin sind Unterzuckerungen möglich Vorteile: Diese Stoffe machen selbst keine
Unterzuckerung, Insulinausschüttung und Resistenzentwicklung werden
nicht verstärkt, Blutzuckerspitzen werden vermieden. Nachteile: Siehe
Achtung: Wenn bei gleichzeitiger Sulfonylharnstoff- oder Insulintherapie eine Unterzuckerung auftritt, dürfen Sie keinen normalen Zucker (dieser wird dann ja nicht so gut gespalten), sondern müssen reinen Traubenzucker (Glucose) nehmen.
Biguanide:
Verbesserung der Insulinwirkung am Gewebe Biguanide sind seit Jahrzehnten auf dem Markt.
Nachdem es lange Zeit recht still um diese Präparate geworden war,
erleben sie inzwischen eine Renaissance, weil sie die Nachteile der
Sulfonylharnstoffe nicht aufweisen. Sie
Biguanide behindern keine Gewichtsabnahme und senken
sogar die
Beispiele: Metformin (z.B. Diabetase
Wechselwirkungen:
Die Blutzucker senkende Wirkung wird verstärkt durch
Insulin, Sulfonylharnstoffe,
Die Blutzucker senkende Wirkung wird abgeschwächt
durch Östrogen/Gestagen, Kortikoide, Schilddrüsenhormone,
Die Wirkung von
Alkohol ist unvorhersehbar (auch
Gefahr der Azidose). Vorteile:
Gewichtsabnahme ist weiter möglich,
Triglyceridsenkung, keine Verstärkung der
Nachteile:
Insulinsensitizer:
Verbesserung der Insulinwirkung am Gewebe Insulinsensitizer sind die neuesten Produkte aus der
Pipeline der Pharmafirmen. Wie der Name schon sagt, bewirken sie, dass körpereigenes
oder gespritztes Insulin stärker an den Geweben wirkt.
Insulinsensitizer wirken praktisch der
Beispiele: Pioglitazon (Actos®),
Rosiglitazon (Avandia
Wechselwirkungen: Zusammen mit
Vorteile:
Kausales Ansetzen an der
Nachteile: Hoher Preis,
Insulin:
Blutzuckersenkung par Excellenze Früher bedeutete das Auftreten eines
Typ I-Diabetes
das Todesurteil für den Betroffenen! Innerhalb weniger Tage oder Wochen
nach Beginn der ersten Symptomen fielen die Patienten (meist waren es
Kinder und Jugendliche) ins diabetische Koma und verstarben, ohne dass
die Ärzte ihnen helfen konnten. Im Jahre 1922 behandelten die
kanadischen Ärzte Banting und Best erstmals einen dreizehnjährigen
Jungen erfolgreich mit einem Extrakt aus Bauchspeicheldrüsen. Bereits
in den 30er Jahren wurden dann die ersten Verzögerungsinsuline
entwickelt (neben dem seitdem als „Alt“-Insulin bezeichneten
„normalen“ Insulin). Inzwischen gibt es auch so genannte
Sprintinsuline, die ohne Spritz-Ess-Abstand verabreicht werden können. Über die Vielzahl verschiedener Insuline, über das
ganze Procedere der Insulineinstellung und aller Details, die dabei zu
beachten sind, möchte ich in diesem kurzen Artikel nicht berichten. Doch zurück zum „Wundermittel Insulin“: Insulin
ist der Zuckersenker überhaupt. Wenn wir Insulin spritzen, dann ahmen
wir die Natur eigentlich nur nach, wir setzen einen natürlich
vorkommenden Stoff ein (wenn man einmal davon absieht, dass das meiste
Insulin heute gentechnologisch hergestellt wird, indem man bestimmte
Mikroorganismen menschliches Insulin produzieren lässt). Also ist das
Spritzen von Insulin eigentlich angewandte Naturheilkunde. Hier müssen wir allerdings gut differenzieren. Für
den Typ I-Diabetiker, dessen Insulin produzierende Zellen durch ein
Autoimmungeschehen zerstört worden sind, trifft dies auch zu. Der
Ganz anders schaut die Situation jedoch beim
Der Mensch benötigt üblicherweise täglich etwa 40-50 Einheiten
Insulin, von denen er einen Teil kontinuierlich über den ganzen Tag
verteilt ausschüttet. Der Diabetiker ahmt diese Sekretion mit dem
Spritzen eines lang wirksamen Insulins (Basalsinsulin) nach. Den größten
Teil des Insulins schüttet die Bauchspeicheldrüse allerdings stoßweise
zu den Mahlzeiten aus. Dies ist die Reaktion auf den Blutzuckeranstieg
durch das verdaute Essen. Das Insulin sorgt dann für einen Einstrom der
energiereichen Glukose in die Zellen. Der
Wenn ein
Warum gibt es keine Insulintabletten? Insulin ist ein
Eiweiß. Würden wir es mit der Nahrung zu uns nehmen, würde es von den
Verdauungsenzymen des Darmes zu Aminosäuren abgebaut werden. Es würde
gar nicht ins Blut gelangen, wo es seine segensreiche Tätigkeit
verrichten soll. Experimente mit Insulin-Spray zum Inhalieren werden
bereits durchgeführt. Diabeteskliniken und diabetologische
Schwerpunktpraxen gehen heute immer mehr dazu über,
Wenn Sie an der Schwelle zum Insulin stehen, dann
versuchen Sie konsequent, mit naturheilkundlichen Maßnahmen (Ernährung,
Bewegung, Nahrungsergänzungen
etc.) die
Beispiele: Actrapid
Wechselwirkungen: Insulinwirkung verstärkt
durch:
Insulinwirkung vermindert durch: Kortikoide, Orale
Kontrazeptiva („Pille“),
Vorteile: Rasche Blutzuckersenkung, zuverlässige
Blutzuckersenkung, einfache Handhabung nach entsprechender Schulung,
Nachteile: Die
Tipp: Je älter und je dicker Sie sind, desto mehr müssen Sie gegen Ihre Insulinresistenz tun. Je jünger und je dünner Sie sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie doch bald Insulin benötigen.
Fazit: Wann
muss der
Diabetiker Antidiabetika einnehmen? Meine kritischen Anmerkungen zu den Antidiabetika erwecken vielleicht den Eindruck, dass ich prinzipiell gegen
Medikamente
bei Diabetes bin. Das stimmt überhaupt nicht.
Wenn ein
Diabetes
mellitus mit der Lebensweise und mit „natürlichen Antidiabetika“ (z.B.
Nahrungsergänzungen, pflanzlichen oder
homöopathischen
Arzneimitteln) allein nicht mehr befriedigend einstellbar ist, bin ich
selbstverständlich dafür, dem
Diabetiker das ganze Arsenal der oben
beschriebenen Antidiabetika zukommen zu lassen. Damit gefährliche
Spätkomplikationen
durch den hohen Blutzucker
vermieden
werden können.
Ich sehe dies aber nur als eine rein symptomatische, also als zweitbeste
Behandlung an. Es ist das kleinere Übel, es ist die ultima ratio, wenn
es anders eben nicht mehr geht. Die via regio, der Königsweg ist es,
den
Diabetes erst einmal mit allen anderen im Buch beschriebenen Maßnahmen
in den Griff zu bekommen. Damit ein hoher Blutzucker und eine
Hyperinsulinämie
vermieden
werden. Die Hyperinsulinämie halte ich für mindestens ebenso gefährlich
wie den hohen Blutzucker. In diesem Sinne halte ich es mit dem alten
Paracelsus:
„Der Arzt
soll die Kraft und die Natur der Krankheit im Ursprung suchen und nicht
in dem, was von der Krankheit selber kommt, denn den Rauch vom Feuer
sollen wir nicht löschen, sondern allein das Feuer selbst.“ Den Diabetologen mache ich den Vorwurf, dass sie sich
zu sehr um den Rauch (Blutzucker) und zuwenig um das Feuer (Hyperinsulinämie)
kümmern. Wenn ich das Feuer aber nicht mehr löschen kann, weil die
Krankheit schon zu weit fortgeschritten ist oder weil der
Diabetiker
nicht bereit ist, so viel mitzutun, wie es notwendig wäre, dann müssen
wir wenigstens den Rauch bekämpfen – auch mit den beschriebenen
synthetischen Medikamenten. Tipp: So wenig Antidiabetika wie möglich, so viel wie nötig!
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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Sagen Sie uns ruhig mal
Ihre Meinung! Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
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