DIABETES Der
Diabetes ist eine organische Erkrankung: Die Bauchspeicheldrüse produziert nicht mehr so viel Insulin, wie der Körper für einen normalen Blutzuckerspiegel benötigt (siehe: Diabetes: Was ist das eigentlich?). Und nun komme ich her und erzähle Ihnen etwas über Psychosomatik? Keine Sorge, ich will Sie nicht auf die Couch legen und mit Ihnen über Ihre Träume diskutieren. Ich will Sie auch nicht fragen, ob und wie oft Sie Ihr Vater als Kind geschlagen hat. Aber trotzdem behaupte ich: Diabetes ist (auch) eine psychosomatische Erkrankung. Warum dieses?
Vermutlich ist jede Krankheit irgendwo
psychosomatisch bedingt. Entweder ursächlich (z.B.
Stress oder Kummer mit der
Folge von
Warum sollten Sie aber gerade bei Ihrem Diabetes noch solchen Zusammenhängen fahnden? Wenn Sie es nicht tun, so könnten gerade hier Hindernisse verborgen sein, die Sie an der Heilung hindern.
Bei Ärzten sind Patienten mit Diabetes nicht gerade berühmt dafür, dass sie empfohlene Lebensstiländerungen gerne aufgreifen und umsetzen. Ich weiß, dass es „politisch nicht korrekt“ ist, davon zu schreiben. Aber ich glaube, dass Sie als Diabetiker auch das Recht haben zu erfahren, in welche Schublade Sie von den Ärzten eingeordnet werden. Vereinfacht und überspitzt ausgedrückt: Patienten mit Diabetes sind in der Regel angenehme, treue Patienten, die regelmäßig zu den empfohlenen Untersuchungen kommen, ihre Medikamente auch brav einnehmen, die auch an diversen Diabetesschulungen teilnehmen und sich das gern anhören, die man aber praktisch nicht dazu bringen kann, dauerhaft ihre Ernährung entscheidend zu ändern oder mit einem gezielten Bewegungsprogramm anzufangen und dies auch auf Dauer durchzuhalten. Die Betonung liegt immer auf der Dauer. Diabetiker sind bequem, sie möchten gern den leichten Weg gehen: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Wie gesagt: Schubladendenken. Ausnahmen bestätigen die Regel. Fragen Sie
sich einmal selbst, wie viele Versuche Sie schon gemacht haben um
abzunehmen.
Welche Wege sind Sie dabei gegangen? Sind Sie auch schon mal den Versprechungen
in der bunten Presse erlegen: „10 Kilo Abnahme in 2 Wochen, ohne die
Was ist daran so verlockend? Es wird die Abnahme ohne große Anstrengung versprochen. Sie müssen nur irgendwelche Pülverchen oder Tabletten einnehmen, nachts einen patentierten Saunaanzug tragen oder elektrische Stimulatoren an den Problemzonen, die die Muskeln trainieren und Fett ohne Ihr Zutun einfach dahin schmelzen lassen. Eine kleine finanzielle Investition ist angesichts dieser verlockenden Aussichten doch gerechtfertigt. Wenn so etwas wirklich einmal wissenschaftlich untersucht wird (und zwar von unabhängigen Gutachtern, nicht von „gekauften“ Wissenschaftlern nach dem Motto „Rent a Prof“), dann stellt sich eigentlich immer die völlige Wirkungslosigkeit solcher Maßnahmen heraus. Manchmal sind sie sogar gefährlich. Wir bekommen also nichts geschenkt. Wir müssen uns die Gesundheit schon erarbeiten. Warum gelingt dies gerade beim Diabetes so schlecht? Einen Herzinfarktpatienten kriegen die Ärzte sehr oft dazu, das Rauchen aufzugeben – und das ist ja schon nicht so ganz einfach. Einen Patienten mit Diabetes dazu zu bringen, 10 Kilo abzunehmen, ist hingegen schwerer als ein Kamel durch ein Nadelöhr zu befördern. Warum? Bei Diagnosestellung der chronischen, oft mit schwerwiegenden Komplikationen vergesellschafteten Krankheit „Diabetes“ reagiert der Betroffene oft mit:
Gerade dann, wenn er eigentlich psychische Unterstützung benötigt, bekommt er viele Anweisungen, die er befolgen muss. Der Arzt kontrolliert ihn mit Waage und Laborwerten und tadelt ihn, wenn die Werte wieder mal schlechter geworden sind. Der Diabetiker ist selten ein Mensch, der von sich aus gern über Gefühle redet und im psychischen Bereich Hilfe sucht. Aber gerade er hätte sie bitter nötig. Er hat im Laufe seines Lebens andere Strategien entwickelt. Probleme, Ärger, Sorgen werden meist „runtergeschluckt“. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Ein Stückchen Sahnetorte, ein schönes Schnitzel mit Bratkartoffeln – und schon geht es wieder besser. Dass diese Strategien langfristig nicht weiterhelfen und gerade jetzt untauglich sind, liegt auf der Hand. Doch wie soll man sie ändern? Erst einmal, indem man sich die kurzfristig sinnvollen, weil entlastenden, langfristig die Krankheit aber nur noch verschlimmernden Strategien erst einmal bewusst macht. Dann muss man langsam versuchen, sie zu ändern. Schreiben Sie für sich selbst auf, wann Sie besonders viel und auch noch das Falsche essen. Schreiben Sie vielleicht einen Brief an Ihren Diabetes. Schreiben Sie darin Ihre Gefühle auf, auch dem Diabetes gegenüber. Wenn Sie nicht gut schreiben können, dann reden Sie mit einer Vertrauensperson über Ihre Gefühle, über Ihr Verhalten in bestimmten Situationen. Wenn Sie beim Buffet mal wieder keine Grenzen finden konnten und wie es Ihnen danach ging. Vielleicht suchen Sie sogar die Hilfe eines Psychologen oder eines psychotherapeutisch erfahrenen Arztes auf, der sich mit Diabetes und Übergewicht gut auskennt. Entwickeln Sie (allein oder mit fremder Hilfe) neue Strategien. Programmieren Sie sich um. Wenn Sie sich zum Beispiel ärgern, dann essen Sie nichts, sondern setzen sich auf das Fahrrad und strampeln sich Ihren Frust von der Seele. Dann haben Sie nicht zusätzliche Kalorien reingeschaufelt, sondern sogar noch etwas gegen Ihr Fettpolster getan. Ganz wichtig: Seien Sie lieb zu sich selbst! Wenn es ein Schlagwort beim Diabetes gibt, dann passt dieses oft sehr gut: „Mangel im Überfluss!“ Mangel an Liebe, an Geborgenheit wird mit einem Überfluss an Nahrung kompensiert. Wenn es bei Ihnen tatsächlich so sein sollte, dann machen Sie sich das bewusst – und dann verändern sie sich und Ihr Verhalten. Belohnen Sie sich für Ihre Erfolge (z.B. dass Sie seit einem Monat regelmäßig dreimal in der Woche walking machen oder dass Sie vor jedem Essen einen Salatteller zu sich nehmen). Belohnen Sie sich mit einem Kinobesuch, einem neuen Kleid (das brauchen Sie bald sowieso, wenn Sie erfolgreich sind), natürlich nicht mit kalorienhaltigen Speisen oder Getränken. Werfen Sie die Flinte nicht ins Korn, wenn Sie Ihr Ziel doch einmal verfehlt haben, strengen Sie sich das nächste Mal noch mehr an und ergründen Sie, woran es diesmal gehapert hat, verstärken Sie Ihre Erfolge hingegen positiv. Dann werden Sie erfolgreich sein!
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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
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