Spätkomplikationen
bei Diabetes
Was dem Diabetiker droht
Die
kurzfristige Gefahr durch den
Diabetes ist einerseits die massive Hyperglykämie, die man aber schnell in den Griff bekommt und bei
halbwegs guter Diabeteseinstellung kaum vorkommt. Andererseits kann es
zu Hypoglykämien kommen, die aber meist Folge der Therapie sind (Symptome).
Gefürchtet
ist der
Diabetes hauptsächlich wegen seiner
Wir
können also keine eigenen Erfahrungen machen, sondern müssen uns auf
die eher abstrakten Erkenntnisse der Wissenschaftler verlassen. Und
diese haben auch keine Ursachen beispielsweise für den
Herzinfarkt
erkannt, sondern „nur“ so genannte
„Das Rationale am Menschen
sind die Einsichten, die er hat. Das Irrationale an ihm ist, dass er
nicht danach handelt.“ (Friedrich Dürrenmatt)
Spätkomplikationen -
Herzinfarkt,
Schlaganfall, periphere Verschlusskrankheit
Diabetes
mellitus ist einer der größten
Ebenso
wie die Herzkranzgefäße betroffen sind, können sich auch die Hirngefäße
verengen. Liegt noch ein Bluthochdruck
vor, was bei Diabetikern nicht selten der Fall ist, so ist die
Wahrscheinlichkeit für einen
Schlaganfall nochmals potenziert.
Warnsignale gibt es nur selten, z.B. kommt es manchmal vor einem großen
Schlaganfall zu einem „Schläglein“. Dabei handelt es sich um eine
TIA, eine transitorische ischämische Attacke, also einen vorübergehender
Anfall von Sauerstoffmangel im Gehirn. Die Symptome sind z.B. Sprachstörungen,
herabhängender Mundwinkel auf einer Seite oder eine Lähmung eines
Armes oder Beines. All dies hält aber nur maximal 24 Stunden an und
verschwindet dann komplett. Die meisten von einer solchen TIA
Betroffenen sind dann froh, dass es vorbei ist und freuen sich wieder
ihres Lebens (und ihrer krankmachenden Lebensweise). Das war ein Schuss
vor den Bug! Jetzt müssen Sie das Ruder herum reißen. Der nächste
Schuss könnte nämlich ein Volltreffer werden. Manche denken ja, na
und, krieg ich halt einen
Herzinfarkt oder
Schlaganfall, dann bin ich
halt tot. Tatsächlich ist die Mortalität durch einen
Schlaganfall
trotz aller intensivmedizinischen Bemühungen immer noch sehr hoch.
Viele überleben aber und sind dann nicht selten ein Pflegefall. Das war
dann doch nicht so gewollt.
Schlaganfälle sind aber vermeidbar.
Die
arterielle Verschlusskrankheit der Beine wird im Volksmund gern als
„Raucherbein“ bezeichnet. Das ist auch richtig so, denn das Rauchen
ist hier der Risikofaktor Nr. 1. Dicht gefolgt vom
Diabetes. Und wenn
Sie rauchen und Diabetiker sind, dann können Sie sich eigentlich schon
mal zur Gefäßoperation anmelden. Das ist keineswegs lustig. Jährlich
werden 28.000 Diabetikerbeine amputiert. Das müsste alles nicht sein.
Neben einer Vermeidung der anderen
Risikofaktoren (Neue
Risikofaktoren) kommt es auch hier auf eine gute Einstellung des
Diabetes an. Der
Hauptrisikofaktor für die großen Gefäße (Makroangiopathie) ist aber
weniger der schlecht eingestellte Blutzucker als vielmehr das Zuviel an
Insulin, die Hyperinsulinämie durch die Insulinresistenz.
Wer also mit
Medikamenten und Insulin von außen seinen Zucker wunderbar
streng eingestellt hat und dabei vom Arzt mit reichlich Lob bedacht
wird, sollte sich nicht zuviel freuen. Ist diese gute Zuckereinstellung
durch ein hohes Insulin im Blut erkauft worden, so ist der Preis für
die Vermeidung der nachfolgend dargestellten Spätkomplikationen eine
beschleunigte
Ganz
vereinfacht gesagt, gilt:
Spätkomplikationen -
Diabetische
Retinopathie
Diabetes
schädigt die kleinen Gefäße des Körpers (Mikroangiopathie). Auch und
besonders die feinen Gefäße der Netzhaut des Auges (Retina, daher der
Name Retinopathie). Es können sich kleine Aussackungen der Gefäße
bilden (Aneurysmen), es können sich auch neue Gefäße bilden (proliferative
Retinopathie) und es kann sogar zu Einblutungen in den Glaskörper des
Auges kommen. All das kann die Sehkraft verschlechtern, ja sogar zur
Erblindung führen. Seit Einführung der gesetzlichen Vorschrift zum
Anlegen des Sicherheitsgurtes ist
Diabetes die häufigste Ursache für
Erblindung in Deutschland. Vorher waren es die Verkehrsunfälle. Ist es
nicht merkwürdig, dass Menschen manchmal unter Strafandrohung zu ihrem
Glück gezwungen werden müssen? Strafen für eine schlechte
Diabeteseinstellung gibt es Gott sei dank noch nicht (außer der Strafe
der vermehrten Komplikationen), aber sollten wir nicht freiwillig alles
dafür tun, um vermeidbare Schäden
anzuwenden?
Spätkomplikationen -
Diabetische
Nephropathie: Wenn die Niere schlapp macht
Diabetes
schädigt die Niere. Nach einigen Jahren kann es zu einem vermehrten
Verlust von Eiweiß über die Niere kommen (Rationale
Labordiagnostik, Mikroalbuminurie).
Diabetes ist heute in
Deutschland der häufigste Grund für chronisches Nierenversagen,
Dialyse (Blutwäsche) und Nierentransplantationen. All dies ist
vermeidbar, wenn der
Diabetes gut eingestellt ist, Sie die Nierenwerte
und die Mikroalbuminurie regelmäßig testen lassen und bei auftretenden
Schäden die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Hier können bestimmte
Medikamente, die Ihnen dann der Arzt verschreibt, den Prozess der Schädigung
aufhalten oder verlangsamen (z.B.
ACE-Hemmer).
Spätkomplikationen -
Diabetische
Neuropathie: Diabetiker sind gefühllos Das
ist nicht abfällig, sondern ganz wörtlich so gemeint. Bei Diabetikern
sind nämlich auch oft die Nerven beeinträchtigt. Dies liegt an der
verschlechterten Durchblutung, der vermehrten Belastung durch freie
Radikale im diabetischen Stoffwechsel und an der vermehrten Bildung von
AGEs (Rationale
Labordiagnostik, HbA1c) bei schlechter Blutzuckereinstellung. Die
Beschwerden (siehe Tabelle) sind umso stärker je länger und schlechter
eingestellt der
Diabetes besteht. Sie sind manchmal sehr quälend und
therapeutisch nur schlecht zu beeinflussen.
Symptome
der diabetischen Neuropathie
Neben
einer guten Blutzuckereinstellung werden einer guten Ausstattung mit
antioxidativen Nährstoffen sowie B-Vitaminen (Nahrungsergänzungen) gute Schutzwirkungen zugesprochen. Bei
eingetretener
Polyneuropathie hilft α-Liponsäure manchmal weiter
(z.B. Thiogamma®, Thioctacid®. Diese sollte mindestens 14 Tage lang
als Infusion verabreicht werden. Bei gutem Ansprechen ist die weitere
orale Gabe (als Tabletten) möglich. Die übrigen Beschwerden müssen
symptomatisch behandelt werden. So können Diabetiker Ihre Erektionsstörungen
ganz gut mit
Medikamenten wie
Spätkomplikationen -
Gallensteine:
Sind Sie steinreich?
Gallensteine
haben weniger etwas mit dem
Diabetes als vielmehr mit dem
Übergewicht
zu tun.
Übergewichtige haben überdurchschnittlich häufig
Gallensteine. Müssen Gallensteine dann aber operativ entfernt werden,
so haben Diabetiker wesentlich häufiger Komplikationen. Eine (langsame)
Gewichtsreduktion mindert auch das Risiko, das Gallensteine entstehen können.
Bei Crash-Diäten mit hoher Gewichtsreduktion in kurzer Zeit ist das
Risiko der Gallensteinbildung hingegen noch erhöht.
Spätkomplikationen -
Übergewicht,
hohe
Die
Leber ist ein sehr dankbares Organ. Man muss sie schon lange Zeit sehr
stark schädigen, bevor sie reagiert. Wenn Sie die Faktoren beseitigen,
die sie stören, erholt sie sich auch relativ rasch wieder. Wenn Sie
also
Übergewicht abbauen, die
Spätkomplikationen -
Infektionen:
Viren und Bakterien bevorzugen Diabetiker
Das
Immunsystem des Diabetikers ist meist geschwächt,
Infektionen nicht
selten. Bei Diabetikern treten
Infekte der Atemwege, Pilzinfektionen
(Darm, Füße) und Abszesse der Haut viel häufiger als bei
Stoffwechselgesunden auf. Auch hier hilft eine gute
Blutzuckereinstellung weiter. Darüber hinaus sollten Sie als
Infektionsschutz eine gute Versorgung mit
Vitamin C und Zink
sicherstellen (Nahrungsergänzungen).
Spätkomplikationen -
Wundheilungsstoerungen:
Warum die Haut bei Diabetes schlechter heilt
Kommt
es zu Verletzungen (die der Diabetiker wegen der
Polyneuropathie nicht
immer rechtzeitig bemerkt), so heilt die Haut deutlich schlechter ab.
Dies liegt an der meist schlechten Durchblutung der kleinen Hautgefäße
(Mikroangiopathie), aber auch an
Nährstoffdefiziten. Die Zufuhr von
Zink und
Spätkomplikationen -
Necrobiosis
lipoides: Weitere unschöne Veränderungen der Haut Manchmal kommt es zu einer fleischfarbenen Veränderung der Haut, die später dünner wird und wie durchscheinend wirkt (Necrobiosis lipoides). Meist treten diese Veränderungen an den Schienbeinen auf. Diabetiker sollten diese Hautstellen besonders gut vor Verletzungen schützen, da Wunden hier nur sehr schlecht abheilen (siehe oberen Absatz über Wundheilungsstoerungen). Lassen Sie sich
von mir eine Prognose erstellen, wenn Sie wissen möchten, ob für Sie das Risiko
besteht, dass Sie in den nächsten 10 Jahren an Diabetes erkranken könnten und
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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001zertifiziert. Unsere Klinik ist von allen gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl. der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621, E-Mail) Weitere Fragen?
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